Unerwünschte Telefonwerbung

Telefonwerbung ist verboten wenn der Angerufene nicht explizit eingewilligt hat. Das stört die Werbefirmen leider nicht, auch wenn diese Anrufe für sie ziemlich teuer werden können.

Worum gehts?

Telefonanrufe die den Angerufenen dazu bewegen sollen eine Ware oder Dienstleistung zu kaufen sind illegal, es sei denn der Angerufene hat vor dem Anruf solchen Werbeanrufen ausdrücklich zugestimmt. Oft wird einfach behauptet das eine solche Zustimmung vorliegt oder es wird versucht diese zu Beginn des Gesprächs einzuholen. Beides ist natürlich nicht zulässig.

Ein Verstoß gegen dieses Verbot kann den Werber bir zu 300.000 Euro kosten, unterdrückt der Werber seine Telefonnummer kostet das bis zu 100.000 Euro. Zuständig für die Ahndung dieser Ordnungswidrigkeiten ist die Bundesnetzagentur. Für eine Verfolgung werden folgende Angaben benötigt:

  • Ihre persönlichen Daten sowie Datum und Uhrzeit des Anrufes,
    wenn möglich – die in Ihrem Telefon (Display) angezeigte Rufnummer.
  • Name des Anrufers und/oder des werbenden Unternehmens.
    Produkte oder Dienstleistungen, für die geworben wurden.
  • Auskunft darüber, ob Sie eine Einwilligung in den Erhalt des Werbeanrufs erteilt haben?
  • Haben Sie die Einwilligung eventuell später widerrufen und dennoch weitere Anrufe erhalten?
  • Eine möglichst detaillierte Beschreibung des Gesprächsverlaufs.
  • Unterlagen, die im Zusammenhang mit dem Werbeanruf stehen (Vertragsunterlagen, Prospekte, Schriftverkehr).

Hier gehts zur Beschwerdeseite.

Was kann man noch tun?

Diese Firmen wollen möglichst schnell möglichst schnell möglichst viele Abos verkaufen, deshalb ist es völlig falsch sofort aufzulegen. Besser ist es dem Anrufer die Zeit zu stehlen denn Zeit ist Geld. Man sollte den Anrufer also immer ausreden lassen (ohnehin ein Gebot der Höflichkeit) und Gegenfragen stellen. Fortgeschrittene versuchen den Spieß umzudrehen und den Zeitschriftenwerber z.B. einen neuen Stromanbieter oder einen Handyvertrag aufzuschwatzen.

Wenn der Ehepartner der Adressat der Werbung ist eine gute Möglichkeit dem Anrufer mitzuteilen das dieser verstorben ist oder die Scheidung läuft. Auch ein Hinweis auf eine Privatinsolvenz oder eine erfolgte Entmündigung soll helfen.

Was man sich gut überlegen sollte

Den Anrufer zu beschimpfen, zu beleidigen oder zu bedrohen ist keine gute Idee. Das sind strafbare Tatbestände die bei einer Anzeige zu empfindlichen Strafen führen können. Mit einer Trillerpfeife in den Hörer zu pfeifen ist ebenfalls keine gute Idee, Gerichte haben das mehrfach als Körperverletzung bewertet.

Was am besten hilft

Prävention ist auch hier die beste Lösung. Wenn die Werber die eigene Telefonnummer nicht kennen dann ist man vor solchen Belästigungen geschützt. Will man trotzdem unbedingt bei Werbeaktionen mitmachen und muss man dort seine Telefonnummer angeben kann man die Dienste von Fakenummernanbietern wie „Frank geht ran“ oder „Telefonpaul“ nutzen. Wer diese Telefonnummern anruft wird von einer freundlichen Stimme darauf hingewiesen das der vermeintliche Kunde keinen Wert auf das Gespräch legt.

Telefonnummer Frank geht ran: 0163/1737743

Telefonnummer Telefonpaul: 01 57 / 39 59 99 75 oder 07 11 / 50 88 55 24

Wenn die Nummern nicht akzeptiert werden einfach ein paar Ziffern dranhängen.

Für Fake E-Mails gibts z.B. Spamgourmet. Dort kann man sich Wegwerfmailadressen erstellen und definieren wie viele E-Mails an die eigenen Mailadresse weitergeleitet werden sollen. So kommt z.B. genau eine Mail (eventuell für eine Registrierung nötig) beim Benutzer an, alle weiteren Mails an diese Adresse werden automatisch gelöscht.

Grüße vom Webfuchs

Quellen:

Bundesnetzagentur, Göttinger Tageblatt, Frank geht ran, Telefonpaul, Spamgourmet

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