Zeitreisen – Das Großvaterparadoxon

Das Zeitreisen nicht ungefährlich sind weiß jeder der Filme wie „Zurück in die Zukunft“ gesehen hat. Aber sind Zeitreisen deshalb prinzipiell unmöglich?

Nach Albert Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie und der Quantenphysik sind Zeitreisen zwar sehr unwahrscheinlich aber nicht vollkommen ausgeschlossen. Durch sogenannte Wurmlöcher würden sich demnach nicht nur unvorstellbar große Entfernungen zurücklegen lassen sondern auch Zeitreisen:

Die Idee, dass Zeitreisen möglich sein könnten, ist eng verknüpft mit der Allgemeinen Relativitätstheorie. Diese wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem von Einstein entwickelt. Zuerst die spezielle Relativitätstheorie, die hat schon mit den konventionellen, starren Konzepten von Raum und Zeit gebrochen. Da war Zeit schon etwas, das für verschiedene Beobachter unterschiedlich vergehen kann. Für einen Menschen, der sich schnell bewegt, vergeht die Zeit beispielsweise langsamer als für jemanden, der sich langsam bewegt.

In der Allgemeinen Relativitätstheorie ist das dann noch einen Schritt weiter entwickelt worden und dort wurden Raum und Zeit zu Größen, die man auch krümmen kann. Wir stellen uns Zeit ja sonst als einen geraden Pfeil vor, der von der Vergangenheit in die Zukunft geht. Wenn man die Zeit aber krümmen kann, liegt die Frage nahe, ob man sie so stark krümmen kann, dass dieser Pfeil irgendwann wieder in sich selbst läuft, also eine geschlossene Kurve liefert. Das wäre dann eine Zeitreise.

Quelle: Web.de,

Das Großvaterparadoxon (Autoinfanzid Paradoxon)

Wenn Jemand über die Möglichkeit verfügt in die Vergangenheit zu reisen dann könnte er auf die Idee kommen seinen Großvater zu töten bevor sein Vater gezeugt wurde und dadurch wird auch er selbst nicht geboren. Wenn er aber nicht geboren wird kann er nicht in der Zeit zurückreisen und die Geburt seines Vaters verhindern. Der Zeitreisende wäre in einer Endlosschleife.

Das Frustparadoxon

Zukunftsreisen könnten zu ähnlichen Problemen führen. Wenn jemand mit einer Zeitmaschine in die Zukunft reist und dort eine zerstörte Welt vorfindt könnte er auf die Idee kommen wieder in die Vergangenheit zurückzureisen und die Zeitmaschine zu zerstören bevor er die Reise in die Zukunft antritt. Wenn das passiert kann er aber nicht in die Zukunft und zurück reisen und die Zerstörung der Zeitmaschine findet nicht statt.

Das Selbstkonsistenz-Prinzip

Die Gesetze der Physik schließen es grundsätzlich aus das solche Paradoxa entstehen können sind einige Wissenschaftler überzeugt. Andere sind anderer Meinung:

Novikov, Kip Thorne und andere haben gezeigt, dass das Selbstkonsistenz-Prinzip mehr ist als eine bloße Behauptung. Um dies zu demonstrieren, spielten sie Wurmloch-Billard. Die Idee geht auf Joe Polchinski von der University of Texas in Austin zurück. „Könnte eine Billardkugel so durch ein Wurmloch fliegen, dass sie in ihrer eigenen Vergangenheit ankommt, auf sich selber stößt und ihre früheres Pendant damit so aus der Bahn lenkt, dass es das Wurmloch verfehlt?“, fragte er sich. Diese rein mechanische Version des Autoinfantizid-Paradoxons hat den Vorteil, die schwierige Frage nach der Willensfreiheit zu umgehen.

Tatsächlich zeigten Novikov und seine Kollegen, dass mögliche Zeitsprünge der Billardkugel ihr früheres Pendant doch wieder in das Wurmloch einlochen, so dass sich kein Widerspruch ergibt. Dies kann sogar auf unendlich viele Weisen geschehen. Selbst kompliziertere Fälle verstoßen nicht gegen das Selbstkonsistenz-Prinzip. Wenn zum Beispiel eine Billardkugel als Bombe mit Berührungszünder durch ein Wurmloch in die eigene Vergangenheit reist, sich selbst trifft und dabei zerstört, kann sie zwar nicht mehr ins Wurmloch fallen – und damit auch nicht in die Vergangenheit fliegen und sich selbst zerstören unmd so weiter. Trotzdem könnten Explosionssplitter über das Wurmloch in die Vergangenheit gelangen und den Zünder der Bombe aktivieren, so dass die Geschichte erneut widerspruchsfrei wäre.

Quelle: Bild der Wissenschaft Online

Das Viele-Welten-Prinzip

Spannender ist da aus meiner Sicht die Viele-Welten-Theorie. Danach gibt es nicht nur eine mögliche Vergangenheit/Zukunft sondern unendlich viele. Wenn jemand also in der Zeit zurückreist dann kommt er nicht in der Vergangenheit an in der sein Großvater tatsächlich gelebt hat sondern in einem Paralleluniversum in dem sowieso vorgesehen ist das er aus der Zukunft kommt und seinen Großvater umbringt. Nur das sein echter Großvater in dem Universum aus dem er kommt nicht gestorben ist sondern sich zur gleichen Zeit in seinem eigenen Universum bester Gesundheit erfreut. Der Zeitreisende existiert in seinem eigenen Universum nicht mehr sondern er lebt im Universum des Großvaters, den er getötet hat, weiter.

Das Trägheitsproblem

Selbst wenn es der Zeitreisende geschafft hat sich erfolgreich in die Vergangenheit zu versetzen hat er ein Problem denn er wird mit annähernd 100% Sicherheit nicht auf der Erdoberfläche landen. Wenn er nicht genau berechnet hat wo sich die Erde zu dem Zeitpunkt befunden hat (oder in der Zukunft befinden wird) und mit dem Zeitsprung auch einen Raumsprung durchführt dann landet er ziemlich sicher im Weltraum oder wenn nicht dann im Inneren eines Planeten. Zur Erinnerung:

Am Äquator beträgt der Erdradius etwa 6.378 Kilometer, man kommt also auf einen Umfang von rund 40.075 Kilometern und somit auf einen Geschwindigkeit von 1.670 Kilometern pro Stunde.

Will man die Geschwindigkeit für einen anderen Ort als der Äquatorlinie ausrechnen, muss man den Wert für den Äquator einfach mit dem Kosinus des Breitengrades multiplizieren.

Ein Beispiel: Friedrichshafen am Bodensee liegt bei 47,65 Grad nördlicher Breite, das macht also 1.670 km/h mal cos (47,65°) = 1.125 Kilometer pro Stunde.

So wie bei einem Kreisel die Achse auch schwanken kann, ist es auch bei der Erde der Fall. Dieses eiern nennt man auch Präzession. Ein solcher Zyklus dauert rund 26.000 Jahre. Darum wird der Polarstern nicht für alle Ewigkeit im Norden stehen. Und auch diese Präzession ist noch von einer weiteren Bewegung überlagert, der so genannten Nutation. Sie wird vom Mond verursacht.

Auf ihrer Bahn um die Sonne bewegt sich die Erde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 29,78 Kilometern pro Sekunde, also mit rund 107.000 Kilometern pro Stunde. Und das gesamte Sonnensystem dreht sich mit etwa 280 Kilometern pro Sekunde, also rund einer Million km/h um die Mitte unserer Galaxis, der Milchstraße.

Quelle: Was ist Was

Und da soll noch einer behaupten das sich die Menschen zu wenig bewegen.

 

Grüße vom Webfuchs

Quelle: Spiegel Online, FAZ Online,

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