Nudelmonster gegen Kreationisten

Rund 90% der Amerikaner glauben laut Spiegel Online nicht das der Mensch aus der Evolution entstanden ist sondern das Gott irgendwie das Universum erschaffen hat. Radikale Christen versuchen deshalb seit langem duchzusetzen das der Kreationismus als ernsthafte Alternative zu Darwins Evolutionslehre in den Schulen unterrrichtet wird. Einen Physiker hat das auf eine besonders pfiffige Idee gebracht.

Gott oder Evolution – auch in den USA verschiebt sich die Meinung der Bürger, vor allem unter jungen, gebildeten Menschen, immer mehr in Richtung der Lehre Darwins. Diesem Trend wollten die Evangelikalen in den USA durch massive Lobbyarbeit entgegenwirken, mit dem Ziel das der Kreationismus gleichberechtigt zur Evolutionslehre an den Schulen gelehrt wird. Mit George Bush junior haben sie im Jahr 2005 einen prominenten Befürworter des Projekts gefunden und im selben Jahr hat die Schulbehörde von Kansas die Theorie vom „Intelligent Design“ in den Biologieunterricht aufgenommen.

Bobby Henderson, Physiker und Buchautor, hatte daraufhin die Idee die Absurdität des Intelligent Design durch einen eigenen Gegenentwurf aufzuzeigen. So entstand die Religion des fliegenden Spaghettimonsters. Durch die, im Gegensatz zu den christlichen Dogmen, durchweg positive, liberale Grundausrichtung hat das fliegende Spaghettimonster es bis heute auf über 10 Millionen Anhänger weltweit gebracht. Das aus seiner Parodie eine weltweite Bewegung wird hat Bobby Herderson am Anfang sicher selbst nicht geglaubt.

Das fliegende Spaghettimonster sieht aus wie eine Portion Spaghetti mit Fleischbällchen. Die Fleischbällchen stehen dabei für die Erde die das FSM (Fliegende Spaghettimonster) mit seinen Tentakeln umarmt.

 

Die Schöpfungsgeschichte

  • Am ersten Tag erschuf das FSM das Licht und die Dunkelheit. Das Licht wurde Tag genannt, die Dunkelheit „Nacht“ oder „Beste Sendezeit“.
  • Am zweiten Tag schuf das FSM Land, um das Wasser zu teilen, und nannte es Firmament. Auf dem Land erschuf es einen Vulkan, der Bier spuckte, und trank einiges davon.
  • Am dritten Tag wusste das FSM nicht mehr so genau, was es am zweiten Tag getan hatte, deshalb schuf es nochmal Land, um das Wasser zu teilen, und nannte es Erde. Als es sein Werk vom Vortag bemerkte, hob das FSM das Firmament über die Erde und benannte es in Himmel um. Weiterhin erschuf das FSM allerlei Pflanzen, vor allem Getreide, womit man Mahlzeiten formen konnte, die seinen nudeligen Fortsätzen ähnlich sahen.
  • Das FSM teilte das Licht von Tag Eins in zwei Lichter, eines für den Tag und eines für die Nacht. Da ihm die Teilung nicht ganz sauber gelang, gerieten einige Scherben in den Himmel, die es fortan Sterne nannte.
  • Am fünften Tag schuf das FSM einiges Getier, das fortan in, auf und über der Erde lebte. Unter anderem die Kuh, den Bic Mac und das Dönertier. Und weil es so stolz auf sich war, legte das FSM anschließend eine ausgiebige Pause am Biervulkan ein. Später bemerkte es, dass es in seiner Trunkenheit im Himmel eine Stripperfabrik und auf der Erde einen Zwerg geschaffen hatte. Den Zwerg nannte es Mann. Am späten Abend rollte das FSM aus seinem Bett und knallte auf das Firmament. Dieses Ereignis wird Urknall genannt. Völlig geschafft von dem ereignisreichen Tag, erklärte das FSM den Freitag zu einem heiligen Feiertag und erholte sich erst mal eine Weile von dem ganzen Geschöpfe.

Weil der Zwerg so verdammt nervig war, erschuf das FSM bald eine Frau und sprach zu dem Zwerg: „Von nun an soll ein Mann seine Eltern verlassen und sich mit einer Frau vereinen“. Dabei dachte sich das FSM: „Das wird bestimmt interessant…“

 

Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters:

  • Die Welt wurde vom FSM erschaffen, alles andere ist Quatsch.
  • Die Erdanziehungskraft existiert nicht, das wir zu Boden gedrückt werden liegt daran das wir von den Tentakeln des FSM zu Boden gedrückt werden (Erdanpressung oder Intelligent Falling ).
  • Bobby Henderson ist der Prophet des FSM.
  • Die ersten und wahren Pastafari (Anhänger des FSM) sind die Piraten (die echten, nicht die Mitglieder der Piratenpartei).
  • Das fliegende Spaghettimonster verlangt von seinen Anhängern das Tragen von Pirateninsignien wie Piratenhut (Dreispitz) Kopftuch oder, wenn sonst nichts vorhanden ist, eine Augenklappe. Ein Nudelsieb ist keine piratige Kopfbedeckung im Sinne des Pastafarismus, auch wenn das manchmal geglaubt wird.
  • Der wahre Grund für die Erderwärmung ist das es immer weniger Piraten gibt. Piraten sind cool und wenn die kühlen Leute weniger werden wirds wärmer.
  • Nach ihrem Tod kommen Pastafari in den Himmel, dort steht ihnen ein Biervulkan und eine Stripper/Stripperinnenfabrik zur Verfügung.
  • Gebete werden mit dem Wort „Ramen“ beendet. Ramen ist eine in Japan verbreitete Nudelart.

 

Die 8 Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht …

Die 8 „Mir wäre lieber, du würdest nicht..“ wurden Kapitän Mosey , dem Kapitän der Lasagna, auf dem Berg Salsa höchstpersönlich übergeben. Ursprünglich waren es 10 Steintafeln aber auf dem Weg vom Berg hinab ließ Mosey zwei davon fallen. Deshalb schreibt man Piraten heute geringe moralische Standards zu, was natürlich nicht stimmt. Diese 8 Steintafeln sind heil geblieben:

  1. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest Dich nicht wie ein oberheiliger Heuchler aufspielen, wenn du meine nudlige Güte beschreibst. Wenn irgendwelche Leute nicht an mich glauben, ist das echt okay. Ich bin nicht so eitel. Außerdem: Es geht nicht um diese, also weiche nicht vom Thema ab.
  2. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht meine Existenz als Mittel benutzen, um jemanden zu unterdrücken, zu unterwerfen, zu bestrafen, zu vernichten und/oder du weißt schon. Ich verlange keine und benötige keine Opfer. Und Reinheit ist was für Trinkwasser, nicht für Menschen.
  3. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht Leute wegen ihres Aussehens beurteilen oder was für Klamotten sie anziehen oder wie sie reden oder wie auch immer – sei einfach nett, okay? Oh, und kriegt das mal in eure Dickschädel: Frau = Person. Mann = Person. Klar? Klar. Eine ist nicht besser als der andere, solange wir nicht über Mode reden. Tut mir leid, aber ich hab’ das den Frauen überlassen und einigen Kerlen, die den Unterschied zwischen dunkeltürkis und scharlachrot kennen.
  4. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nichts tun, das dir selbst oder deinem bereitwilligen, volljährigen und geistig gesunden Partner peinlich sein müsste. Wem das nicht passt, der kann mich mal – ich glaube, die Formulierung lautet: am A**** lecken. Wem das auch nicht passt, der sollte am besten die Glotze ausmachen und zur Abwechslung ein Stück spazieren gehen.
  5. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest dir die verklemmten, frauenfeindlichen Vorstellungen anderer nicht auf nüchternen Magen anhören. Esst etwas, dann macht euch über die Idioten her.
  6. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht Multimillionendollar-Kirchen, Synagogen, Moscheen, Tempel, Schreine für Meine Nudlige Güte erbauen. Das Geld kann man nun wirklich sinnvoller anlegen. Sucht euch etwas aus:
    • Armut zu beenden
    • Krankheiten zu heilen.
    • in Frieden leben, mit Leidenschaft lieben und die Kosten von Kabelfernsehen senken. Mag ja sein, dass ich ein komplexes, allwissendes Kohlenwasserstoffwesen bin, aber ich mag die einfachen Dinge im Leben. Ich muss es wissen, ich bin der Schöpfer.
  7. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht rumgehen und Leuten erzählen, ich würde zu dir sprechen. Du bist nicht SO interessant. Nimm dich mal zurück. Und ich sagte dir bereits, dass du deine Mitmenschen lieben sollst, kannst du keinen Hinweis erkennen?
  8. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest andere nicht so behandeln, wie du nicht selbst gern behandelt werden möchtest, es sei denn, du bist mit Sachen zugange, in denen, ähm, eine Menge Leder, Gleitcreme und Las Vegas eine Rolle spielen. Sollte die andere Person auch darauf abfahren, dann macht es, siehe auch Punkt 4, macht Fotos, und, um Mikes willen, benutzt KONDOME! Hätte ich nicht gewollt, dass es sich gut anfühlt, dann hätte ich Stacheln oder so drangebastelt.

 

Feiertage

  • Das wichtigste Fest und die wichtigsten Feiertage der Pastafari sind die Holidays. Da Pastafari sich nicht an religiöse Dogmen zu halten brauchen, gibt es weder fest definierte Tage noch Zeiten, Prozessionen oder Orte für dieses Fest, wobei es jedoch vorwiegend in der Weihnachtszeit veranstaltet wird. Üblicherweise wird es mit der Familie und einem üppigen Mahl gefeiert.
  • Das Passtahfest entspricht dem Pessachfest bei den Juden und dem christlichen Ostern. Zu dieser Zeit verspeisen Pastafari große Mengen an Pasta, welche von Familienmitgliedern in Piratenkluft zubereitet wird.
  • Ramendan entspricht dem Ramadan, der islamischen Fastenzeit. Pastafari ernähren sich zu dieser Zeit ausschließlich von der bei Studenten beliebten Instant-Nudelsuppe „Ramen“, um der Zeit zu gedenken, als sie noch hungrige Studenten waren. Ramendan ist wahrscheinlich der unkommerziellste pastafarianische Feiertag, da es keine Passtahfest-Sonderangebote gibt. Am Ende der Fastenzeit verschenken Pastafari den übrig gebliebenen Vorrat an Instant-Nudelsuppe an Bedürftige.
  • Halloween ist ein sehr wichtiger Feiertag für Pastafari. Zu diesem Fest gedenken sie der Piraten, als diese noch in Freiheit über die Meere segelten. Pastafari verkleiden sich zu Halloween meist als Piraten und verschenken Süßigkeiten an Kinder. Laut dem Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters waren Piraten früher bekannt dafür, Süßigkeiten an Kinder zu verteilen, doch Piraten nahmen von dieser Tätigkeit Abstand, als man sie zu verfolgen begann.
  • Am 19. September feiern die Pastafaris den „Sprich-wie-ein-Pirat-Tag“, an dem man sich wie ein Pirat verkleiden und jedem Satz ein „Arrr“ als Schlusswort hinzufügen soll. Pastafari werden an diesem Tag zu Missionierungsaktionen aufgerufen, da Grog selbst die hartnäckigsten Menschen zum Pastafarianismus bewegen könne.
  • Der heiligste Feiertag der Pastafaris ist der Freitag, welcher jede Woche stattfindet. An diesem Tag soll man es als Pastafari ruhig angehen lassen. Der Freitag steht für die Jenseitsvorstellungen der Pastafari – den Biervulkan und die Strippermanufaktur.
  • Außerdem zählen alle kommerziell ausgeschlachteten Feiertage zu den Festtagen.

 

Gelebter Pastafarismus

  • Der Osterreicher Niko Alm hat sich für sein Führerscheinfoto mit einem Nudelsieb ablichten lassen. Da in Österreich nur das Gesicht erkennbar sein muss wurde der Führerschein ausgestellt. Allerdings musste sich H. Alm vor Erteilung der Fahrerlaubnis einer psychologischen Begutachtung unterziehen.
  • Der Deutsche Rüdiger Weida wollte für seinen Führerschein ein Foto verwenden auf dem er ein Piratenkopftuch trägt. Da Kopfbedeckungen auf Fotos in offiziellen Dokumenten nur in Ausnahmefällen aus religiösen Gründen möglich sind und die Behörde den Pastafarismus nicht als Religion anerkannt hat wurde der Antrag abgelehnt. Weida ist unter dem Namen Bruder Spaghettus einer der bekanntesten Pastafari Deutschlands.
  • Dem Belgier Alain Graulus wurde ebenfalls ein Personalausweisfoto auf dem er ein rosafarbenes Nudelsieb auf dem Kopf trägt abgelehnt.
  • Der Tscheche Lukas Novy hat einen vorläufigen Personalausweis bekommen auf dem er ein Nudelsieb auf dem Kopf trägt. Das tschechische Innenministerium hat allerdings dafür gesorgt das er für ungültigt erklärt wurde.
  • Der amerikanische Politiker Christopher Schaeffer hat seinen Amtseid auf den Staat New York mit einem Nudelsieb auf dem Kopf abgelegt
  • In Neuseeland gibt es eine Päpstin des Pastafarismus. Die 61-Jährige Karen Martyn ist seit 2008 Pastafarianerin und darf seit dem 10. Dezember 2015 sogar offizielle Trauungen durchführen.
  • In Templin stelle Bruder Spaghettus den Antrag mit Schildern für die religiösen Andachten der Pastafari werben zu dürfen. Der Antrag wurde genehmigt und Spaghettus brachte direkt unter den Schildern mit denen die Amtskirchen für ihre sonntäglichen Veranstaltungen hinwiesen seine eigenen Schilder an. Dem evangelischen Pfarrer war das nicht recht und Weida musste die Schilder wieder abbauen.

 

Grüße vom Webfuchs

 

Quellen:

Wikipedia

Stupidipedia

Kirche des fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.

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