Die Symbolik der christlichen Feiertage Teil 2

Nachdem im ersten Teil alle christlichen Feiertage der ersten Jahreshälfte besprochen wurden geht es jetzt mit Allerheiligen und Weihnachten weiter.

Allerheiligen

Was mir spontan dazu einfällt: Kürbisse. Gruselig verkleidete Kinder, Süßkram.

Für die Kelten begann das Jahr im November mit einem großen Totenfest. Die christliche Kirche hat es, wie viele andere heidnische Feiertage, im 6. – 8. Jahrhundert nach Christi für sich entdeckt. Seitdem wird an diesem Tag traditionell allen Heiligen gedacht (das christliche Totenfest Allerseelen wird einen Tag später, am 2. November gefeiert.). Das wurde nötig weil das Heer dieser christlichen Wundertäter mit den Jahren unüberschaubar wurde und so musste man sich nicht um jeden einzeln kümmern.

Den entscheidenden Durchbruch bei der Jugend hat dieses Fest allerdings erst erreicht als im englischen Sprachraum die Bezeichnung „All Hallows Eve“ für den Abend vor Allerheiligen zum Wort Halloween verkürzt wurde. Seitdem ziehen am 31. Oktober gruselig verkleidete Kinder durch die Straßen und wollen Süßigkeiten. Dadurch wird der alte Brauch des Martinssingens am 10. bzw 11. November mehr und mehr verdrängt.

Süßigkeiten: Der Brauch, das die Kinder Süßigkeiten sammeln, geht vermutlich auf den Martinstag zurück.

Kürbis: Der Brauch mit den Kürbissen stammt aus Irland. Dort hat der Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield durch eine List den Teufel eingefangen und wollte ihn nur freilassen wenn der Teufel schwört sich zukünftig von ihm fernzuhalten. Nach seinem Tod war Jack aufgrund seiner Taten der Zutritt zum Himmel verwehrt, aber in die Hölle konnte er auch nicht denn der Teufel war durch seinen Schwur gebunden. So irrte Jack durch die Dunkelheit, bis der Teufel Mitleid hatte und ihm eine Rübe und eine glühende Kohle schenkte. So konnte Jack beim herumirren wenigstens wieder etwas sehen. Die Rübe wurde im Laufe der Zeit durch einen Kürbis ersetzt.

Merke: Wenn Du in der Klemme steckst und Gott Dir nicht hilft dann hat der Teufel immer noch ein Licht für Dich.

Weihnachten

Was mir dazu spontan dazu einfällt: Ein dicker,alter Mann mit weißem Bart und einem Sack über der Schulter. Eine Fichte mit Glitzerzeug und Kerzen. Jede Menge Essen. Schnee. Kirchen an denen ausser den Konfirmanden die ihre Unterschrifen noch nicht zusammen haben und dem Seniorenkreis auf einmal Menschen sitzen die man dort sonst das ganze Jahr über nicht sieht. Bunte Geschenke. Noch mehr Essen.

Die Symbole im einzelnen:

Der NIkolaus: Der Heilige Nikolaus von Myra lebte in der Region Lykien, wäre also nach heutiger Definition ein Türke. Sein Todestag, der 6. Dezember, ist sicher der bekannteste Gedenktag für einen Heiligen. Sein ererbtes Vermögen hat er unter die Armen verteilt das hat den Brauch des Schenkens begründet. Nikolaus hat in seinem Leben eine ganze Reihe von Wundern getan, aber das ist bei Heiligen ja durchaus üblich. Ungewöhnlich viel zu tun hat Nikolaus als Schutzpatron, wer so berühmt ist hat natürlich entsprechend viel Fans. Er ist der Schutzpatron der Russen, Kroaten und Serben, von Süditalien und Lothringen. Außerdem ist er noch Schutzpatron der Seefahrer,der Binnenschiffer, der Kaufleute, der Rechtsanwälte, der Apotheker, der Metzger, der Bäcker, der Getreidehändler, der Drescher, der Pfandleiher, der Juristen, der Schneider, der Küfer, der Fuhrleute, der Schüler, der Studenten, der Pilder, der Reisenden, der Liebenden, der Gebärenden,der Alten, der Ministranten, der Kinder, der Diebe, der Gefängniswärter, der Prostituierten und der Gefangenen. Das kann von Ruhe in Frieden wohl keine Rede sein.

Der Weihnachtsmann: Der Legende nach eine Erfindung der Firma Coca Cola, aber das stimmt nur zum Teil. Den Brauch, am Wintersonnenwendtag zu feiern gibt es schon seit vielen Jahrhunderten, die Christliche Kirche hat diesen Feiertag irgendwann für sich vereinnahmt indem sie beschlossen hat das Jesus Christus an diesem Tag geboren ist. Das hat den Missionaren die Arbeit erleichtert denn sie konnten sagen:“ Feiert ruhig weiter aber feiert in Zukunft gefälligst die Geburt des Heilands“.

Den Weihnachtsmann ist dann im 17. Jahrhundert dazugekommen, und das nicht ganz freiwillig. Vorbild war der heilige Nikolaus von Myra, der bringt seit alters her am 6. Dezember Geschenke. Dadurch haben sich die Kinder  vor allem auf den 6. Dezember gefreut, der 24. war ihnen relativ gleichgültig und das war wiederum der Kirche nicht gleichgültig, vor allem der evangelischen. Denen war die Heiligenverehrung im allgemeinen ein Dorn im Auge und sie wollten unbedingt Christi Geburt wieder in den Mittelpunkt rücken. Daher war der Weihnachtsmann ursprünglich vor allem in den skandinavischen Ländern bekannt, es ist also kein Zufall das er am Nordpol wohnt.

Das freundliche, etwas korpulente Aussehen hatte der Weihnachtsmann schon immer aber ein Gesicht hat er erst im Jahr 1931 bekommen als der Coca Cola Konzern den Grafiker Haddon Sundblom mit dem Entwurf einer Werbefigur beauftragte. Vorbild war ein ehemaliger Angestelleter von Coca Cola namens Lou Prentiss und die Kleidung ist, wer hätte es gedacht, in den Konzernfarben rot und weiss gehalten.

Das Christkind: Genau wie beim Weihnachtsmann sollte das Christkind den Nikolaus als Geschenkebringer ersetzen und so die Aufmerksamkeit der Menschen vom Todestag des Nikolaus von Myra auf den Tag der Geburt Jesu lenken. Ausgedacht hat sich das Christkind mit hoher Wahrscheinlichkeit Martin Luther im 16. Jahrhundert. Die Werbefiguren die allgemein die Christkinder darstellen sind in der Regel keine neugeborenen Jungen sondern erwachsene Mädchen, vielleicht hat sich deshalb das Christkind immer weiter von seiner ursprünglichen Bedeutung entfernt und steht jetzt als eigenständiges Symbol existiert, ohne Verbindung zu Jesus Christus. Das Christkind ist vorwiegend in den südlichen Regionen Deutschlands verbreitet.

Der Weihnachtsbaum: Der Weihnachtsbaum geht vermutlich auf den Mithras-Kult zurück der seit dem 14. Jahrhundert vor Christus im zunächst in Persien und später auch im römischen Reich verbreitet war. Mithra war der Gott des Rechts, der Bündnisse und der Sonne. Er war unter anderem zuständig für den ordnungsgemäßen Wechsel von Tag und Nacht sowie der Jahreszeiten. Durch das schmücken eines Baums zur Wintersonnenwende sollte Mithras vermutlich daran erinnert werden das die Tage jetzt wirder länger werden sollten. Im Mittelalter war der 24. Dezember der Gedenktag von Adam und Eva und der Baum sollte daran erinnern das sie durch die Frucht des Baumes der Erkenntnis ihre Intelligenz bekommen haben. Tannen als Weihnachtsbaum wurden später im 15. – 16. Jahrhundert populär als die Zünfte und Vereine immergrüne Bäume in den Zunfthäusern aufstellten. Das Grün sollte hier die Hoffnung und das Leben symbolisieren. Ab dem 18. Jahrhundert verbreitete sich der Weihnachtsbaum von Deutschland aus in die ganze Welt.

Die Weihnachtskrippe: In der Bibel wird die Krippe explizit im Lukasevangelium erwähnt während Matthäus den Geburtsort Jesu nur als Haus beschreibt. Die Symbolik der Krippe ergibt sich daraus das es dort das Futter für die Tiere gibt, Jesus in der Krippe symbolisiert also die geistige Nahrungsquelle für die Christen. Die Darstellung der Weihnachtsgeschichte mit verkleideten Menschen und einem Bühnenbild geht vermutlich auf Franz von Assisi zurück, der 1223 in Greccio die Predigt duch das Schauspiel ersetzte.

Die heiligen 3 Könige: Im Matthäusevangelium ist nicht von Königen sondern von Magiern die Rede. Dort heisst es in Kapitel 2:  Als aber Jesus zu Bethlehem in Judäa geboren war, in den Tagen Herodes‘, des Königs, siehe, da kamen Magier vom Morgenlande nach Jerusalem, welche sprachen: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen und sind gekommen, ihm zu huldigen.

Ursprünglich waren es also Magier, wobei dieser Begriff auch für  Priester oder Sterndeuter verwendet wurde. Eine Zahl wird in der Bibel auch nicht genannt, erst im 3. Jahrhundert entstand diese Legende und weitere 3 Jahrhunderte dauerte es bis ihnen die Namen Caspar, Melchior und Balthasar zugeschrieben wurden. Mittlerweile sind die 3 Heilige geworden deren Festtag von katholischen und evangelischen Christen am 6. Januar begangen wird. Die Gaben der 3 gehen auf eine weissagung der Propheten Jesaja zurück wo es in Kapitel 60 heißt: Allesamt werden sie aus Scheba kommen, Gold und Weihrauch bringen, und sie werden das Lob Jehovas fröhlich verkündigen.

Grüße vom Webfuchs

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