Die Symbolik der christlichen Feiertage Teil 1

Bald feiern wir wieder den Tod von Jesus Christus. Überall im Land lodern hell die Osterfeuer – aber Moment mal – ist Jesus nicht am Kreuz gestorben und nicht auf dem Scheiterhaufen?

Im ersten Teil der Analyse geht es um die Feiertage der ersten Jahreshälfte, also Ostern und Pfingsten.

Wer die Romane von Dan Brown gelesen hat weiß wie wichtig Symbole für Religionen sind. Aber grade beim Christentum ist auffällig wie wenig die Symbole, an die wir bei einem hohen kirchlichen Fest zuerst denken, mit dem Grund des Festes aus kirchlicher Sicht zu tun haben. Stand wirklich eine bunt geschmückte Nordmanntanne vor dem Stall zu Bethlehem? Hoppelten Hasen mit einer Kiepe auf dem Rücken um die Kreuze an denen Jesus und die anderen Spitzbuben hingen?  Und wurde der heilige Geist über die Pfingstochsen ausgegossen? Schauen wir doch mal näher worum es eigentlich ging.

Ostern

Was mir spontan dazu einfällt: Hasen mit Rucksack. Bunt bemalte Eier. Menschen die mit Bier in der Hand um ein großes Feuer stehen. Ein jüdischer Wanderprediger am Kreuz. Die Fastenzeit ist zuende.

Ostern fällt vermutlich nicht zufällig in die Jahreszeit in der die Menschen traditionell das Ende des Winters und das Erwachen der Natur feiern. Der Ursprung ist das jüdische Pessach Fest mit dem die Juden dem Auszug aus Ägypten gedenken. Aus Sicht der Bibel ist Ostern der Termin an dem Gott durch ein angemessenes Opfer für die Erbsünde entschädigt werden sollte, also den Frevel den Adam und Eva begangen hatten als sie durch den Biss in die Frucht vom Baum der Erkenntnis auf einmal intelligent und somit wie Gott wurden (das habe ich bereits im ersten Teil der Religionsreihe besprochen).

Angemessen als Opfer erschien Gott offenbar nur jemand der exakt wie er ist und daher hat er sich in 3 Teile geteilt: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Der Sohn hat sich geopfert um den rachsüchtigen Vater zu besänftigen und dabei hat Gott sich im Grunde genommen selbst bestraft. Der heilige Geist hat sich vermutlich deshalb abgespalten weil er sich dieses merkwürdige Treiben nicht mit anschauen konnte. Seitdem heißt es von jemandem der etwas völlig unsinniges tut: Der ist von allen guten Geistern verlassen.

Die Symbole im einzelnen:

Der Osterhase: Der Osterhase wird das erste Mal von Georg Franck von Frankenau schriftlich erwähnt. Er studierte anfangs Philosophie, später Medizin in Jena (der Mensch, nicht der Hase). Der Hase ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und steht für die im Frühling erwachende Natur. Die Kirche hat später versucht den Hasen als Symbol für den schwachen Menschen zu vereinnahmen der Schutz bei Jesus sucht, mit relativ wenig Erfolg.

Das Osterei: Neben dem Hasen ist das Ei ein weiteres Symbol für Fruchtbarkeit und Frühling. Bemalte Eier gibt es schon seit 60.000 Jahren wie archäologische Funde im südlichen Afrika beweisen. Später haben die Christen Eier rot angemalt um an das Blut von Jesus Christus zu erinnern. Außerdem wird das Ei als Symbol für die jungfräuliche Geburt verwendet.

Das Osterfeuer: Zum ersten Mal wurden Osterfeuer im Jahr 1559 schriftlich erwähnt. Ursprung ist die Liturgie der katholischen Kírche nach der in der Osternacht ein eine geweihte Osterkerze in die dunkle Kirche getragen wird um das das Licht Jesu zu versinnbildlichen das die Dunkelheit in der Welt vertreiben soll. Scheinbar ist es dabei mancherorts zu Unfällen gekommen denn die weltlichen Osterfeuer haben mit besinnlichem Kerzenschein nicht mehr viel zu tun. Vielmehr steht das Osterfeuer heute für die Freude über das Ende des Winters und den Beginn der warmen Jahreszeit.

Das Kreuz: Das christliche Symbol schlechthin, das Kreuz,  ist im biblischen Kontext ein besonders grausames  Mordinstrument. Historisch gesehen gibt es dieses Symbol mit anderer Bedeutung schon seit der Steinzeit. Die horizontale Linie stellt dabei die Erde dar, die vertikale die Verbindung zum Himmel. Außerdem stehen die 4 Ecken für die 4 Himmelsrichtungen oder wie im alten Ägypten geglaubt, für die 4 Säulen die den Himmel stützen. Dabei haben die Christen noch Glück gehabt das Pontius Pilatus nicht beschlossen hat Jesus einfach in einer Jauchegrube zu ersäufen denn dann könnte man eine Kirche heute vermutlich nur mit Gasmaske betreten.

Das Abendmahl: Das gemeinsame Mahl hat, besonders im Orient, eine zentrale kultische Bedeutung. Gastfreundschaft hat hier einen hohen Stellenwert und oft werden Verträge mit einem guten Essen besiegelt. Im Alten Testament ging es dabei ziemlich blutig zu, Zitat:“ da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk damit und sprach: Sehet, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch macht über allen diesen Worten…Und da sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie. 2. Buch Mose, Kap 24). Jesus hat Blut durch Wein und Fleisch durch Brot ersetzt und bis heute ist das symbolische Trinken von Menschenblut und Essen von Menschenfleisch die wichtigste kultische Handlung im Christentum. Blutrituale gibt es nicht nur im Christentum sondern auch in vielen anderen Religionen, z.B. bei den Maja in Mittelamerika.

Die Auferstehung: Nach dem Tod Jesu hatte nach den Wanderpredigern eine weitere historische Berufsgruppe ihre Sternstunde: Die Grabräuber. Als die Anhänger Jesu nach 3 Tagen nach dem Leichnam schauen wollten war er nicht mehr vorhanden. Sie haben das damit erklärt das Jesus von den Toten auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, aber eine andere Erklärung erscheint da sehr viel plausibler: Für Fans aber auch für religiöse Einrichtungen waren Teile von Heiligen ein begehrtes Sammlerobjekt. Sogenannte Reliquien sind noch heute in vielen katholischen Kirchen ausgestellt und ein Teil des Messias ist da quasi der Jackpot. Er zieht Pilger aus der ganzen Welt an und sichert die Einkünfte der Kirche die diese Reliquie besitzt. Die Kirche hat aber im Mittelalter verkündet das alle Reliquien erster Klasse (Körperteile) Fälschungen sein müssen weil Christus ja im Himmel ist und zwar mit allen Gliedmaßen. Allerdings gibt es vom Heiland trotzdem jede Menge Reliquien z.B. Haare, Fingernägel, Tränen, reichlich Blut, die bei seiner Beschneidung angefallenen Vorhaut (die sogar mehrfach!) und sogar seine Nabelschnur ist noch vorhanden, wie man bei Spiegel Online nachlesen kann.

Die Fastenzeit: Zwischen Aschermittwoch und Ostern liegt eine 40-tägige Fastenzeit. Damit soll an die 40 Tage und 40 Näche erinnert werden die Jesus fastend in der Wüste verbracht hat. Außerdem hat die Sintflut 40 Tage gedauert, Moses hat sich 40 Tage lang auf dem Berg Sinai mit Gott unterhalten und die Einwohner der Stadt Ninive fasteten 40 Tage lang um dem Zorn Gottes zu entgehen. Die Fastenzeit hatte in der Lebenswirklichkeit der Menschen aber auch eine ganz konkrete Bedeutung: Zum Ende der Winterperiode waren alle Vorräte verbraucht und der arme Teil der Bevölkerung musste zwangsläufig fasten.

Pfingsten

Was mir spontan dazu einfällt: Nicht viel. Pfingstochsen. Ein freier Arbeitstag.

Pfingsten ist das Fest an dem der heilige Geist ausgeschüttet wurde und wird 50 Tage nach Ostern gefeiert. Gemäß der Apostelgeschichte hat sich das etwa so abgespielt: „Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und fingen an, zu predigen mit anderen Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen.“

Ähnliche Symptome sind auch heute noch zu beobachten wenn die Menschen zuviel vom symbolischen Blut Jesu Christi getrunken haben.

Pfingstochsen: Heute, in Zeiten der Massentierhaltung, kaum noch vorstellbar wurden früher die Rinder noch auf die Weiden getrieben. der Pfingstochse war dabei das Tier das die Herde anführte und wurde gerne mit Blumen, Stroh und Bändern geschmückt.

Grüße vom Webfuchs

 

 

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