Die Rente ist sicher Teil 2

In Teil 1 ging es darum das die Versicherungslobby im Zusammenspiel mit den Politikern den Menschen erfolgreich eingeredet hat das sie an sinkenden Renten selbst schuld sind. Viele glauben das bis heute. Was ist also die Lösung?

Die Debatten um die Alterspyramide und den demografischen Faktor begannen erst zur Jahrtausendwende. Davor gab es nie Zweifel daran das die Rente später mal ein auskömmliches Rentendasein ermöglichen würde. Die Konjunktur lief und Lohnsteigerungen von 4-5% waren völlig normal (beides hängt direkt zusammen aber davon in einem anderen Artikel mehr). Kurz nachdem Gerhard Schröder Kanzler wurde und die Agenda 2010 angekündigt hat ging die Debatte um die Rentenproblematik richtig los und das ist kein Zufall.

Mit Hilfe der Agenda wurde ein erheblicher Druck auf die Arbeiter und die Gewerkschafen aufgeübt niedrige Löhne und prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu akzeptieren. Das blieb nicht ohne Folgen – die Anzahl der Rentner stieg weiter aber die Löhne stiegen nicht mehr. Die Bürger sollten aber möglichst nicht mitkriegen das die Agenda 2010 für sie langfristig massive Negative folgen haben würde und da kam die Versicherungswirtschaft der Politik gerne zu Hilfe. Lobbyisten wie der Professor Bernd Raffelhüschen wurden in den Medien rumgereicht und erklärten dem Volk das die Rentenproblematik darauf beruht das sie nicht genug Kinder bekommen.

Die Versicherungswirtschaft plädiert natürlich für private Vorsorge um das Rentenproblem zu lösen. Die Menschen müssen fürs Alter selbst vorsorgen und der Staat unterstützt dabei mit Riester- oder Rürupzulagen. Wer sich ein solches Produkt zugelegt hat muss seit einigen Jahren in den Medien hören und lesen das sich das nur dann lohnt wenn der Versicherte beabsichtigt 100 Jahre oder älter zu werden. Deshalb ist die Zahl der Verträge rückläufig aber die Versicherer wird das kaum stören denn die haben ihr Geld schon verdient denn was viele nicht wissen ist das die ersten 30 Monatsraten nicht auf das Konto des Versicherten fließen sondern als Provision an den Versicherungsvertreter.

Abgesehen davon sind die Verwaltungsgebühren die die Versicherungsunternehmen in Rechnung stellen etwa 4 – 5 Mal höher als die Kosten der gesetzlichen Rente. Das ist auch nicht verwunderlich denn die gesetzlichen Rentenversicherungsträger haben keine Werbungskosten, sie müssen kein Geld an ihre Aktionäre ausschütten und sie leisten sich keine Prunkbauten und Millionenschwere Vorstandsgehälter. Ein weiteres Problem für die privaten Rentenversicherer sind die extrem niedrigen Zinsen, da lässt sich mit sicheren Anlagen keine Redite für die Kunden mehr erwirtschaften.

Das hat mittlerweile sogar die Politik erkannt. Da liegt doch auf der Hand das SPD und CDU das Problem an der Wurzel packen, die Rentenkürzungen zurücknehmen und die notwendigen Hebel in Bewegung setzen um die gesetzliche Rente dauerhaft vernünftig zu finanzieren.also z.B.:

  • Die Beitragsbemessungsgrenze abschaffen
  • Die versicherungsfremden Leistungen vollständig aus der Staatskasse zu finanzieren
  • Alle Einkünfte in die Berechnung einbeziehen, nicht nur der Lohn aus nichtselbstständiger Arbeit

Aber weit gefehlt. Die private,kapitalgedeckte Altersvorsorge (die nachweislich nicht funktioniert) soll nach den Vorstellungen von Grünen und CDU durch eine staatliche, kapitalgedeckte Altersvorsorge (es gibt keinen Grund warum die funktionieren sollte) ergänzt werden. Und da wundern sich Politiker und Journalisten warum die Bevölkerung das Vertrauen in die Politik verliert.

Ach ja, ich vergaß das die kapitalgedeckte Rentenversicherung der einzige sichere Weg ist um sagen zu können wieviel Geld man im Alter zur Verfügung hat (kleiner Scherz). Selbst wenn es dann noch kapitalorientierte Rentenversicherer gibt und es zur Auszahlung kommt kann man jetzt nicht wissen wieviel das Geld dann noch wert ist. Entscheidend für die Frage ob man im Alter im Wohlstand lebt oder nicht ist nicht das Geld sondern in erster Linie ob die Wirtschaft in der Lage sein wird genug Produkte herzustellen und in zweiter Linie ob wir eine Möglichkeit finden diese Produkte sinnvoll zu verteilen. Die Frage:“Wer sorgt dafür das es Dir im Alter gut geht?“ beantworte ich normalerweise so:“ Maschinen werden das tun.“

Fazit: Die beste Form der Altersvorsorge besteht darin eine Partei zu wählen die den Kahlschlag der gesetzlichen Rente rückgängig macht.

Update 9.5.2016: Frankfurter Rundschau – Sieben Renten Mythen

Update 24.5.2016: Blüm – Darum ist Riester gescheitert

Grüße vom Webfuchs.

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